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Diabetes mellitus

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Diabetes mellitus/Insulintherapie

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Zum Glück für alle Menschen mit Diabetes mellitus, deren Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin bildet, gibt es das Hormon als Medikament. Unverträglichkeitsreaktionen kommen bei dem jetzt zur Verfügung stehenden Humaninsulin kaum noch vor. Relativ neu in der Insulinpalette sind die ebenfalls gentechnologisch produzierten sog. Insulin-Analoga: Insulin lispro (Humalog), Insulin aspart (Novorapid) und Insulin glargin (Lantus).


Wie lange wirkt Insulin ?

Mit kurz wirkendem Insulin lassen sich Blutzuckerspitzen abfangen, wie sie nach dem Essen auftauchen. Dafür eignet sich Normalinsulin, von manchen auch als Altinsulin bezeichnet. Es beginnt etwa eine halbe Stunde nach dem Spritzen zu wirken, ein bis vier Stunden später ist seine Wirkung am stärksten, nach sechs bis acht Stunden abgebaut. Dies Insulin ist klar und durchsichtig. Die Insulinwirkung vom Insulin lispro und aspart beginnt fast sofort und hält je nach Dosis zwischen einer und maximal drei Stunden an. Mit so genanntem Verzögerungsinsulin wird die Grundversorgung an Insulin, der Basalbedarf, abgedeckt, also die Menge, die der Körper Tag und Nacht für sein Funktionieren braucht. In diesen, auch Basal- oder NPH-Insulin genannten Produkten ist das Insulin an eine Substanz gebunden, durch die das Hormon langsamer ins Blut übertritt. Die Wirkung dieser Insuline setzt nach etwa zwei Stunden ein und kann bis zu zwölf Stunden anhalten. Ein solches mittelang wirkendes Insulin ist milchig trübe ( ausser Insulin glargin) und muss vor der Injektion gemischt werden. Noch länger, nämlich bis zu 36 Stunden, wirken Insuline, die im Präparatenamen den Zusatz `lente`, `ultralente`, oder `ultratard` tragen. Auch bei dem Insulin glargin setzt die Wirkung sehr langsam ein und hält 24 und mehr Stunden an. Darüber hinaus gibt es Kombinationen aus Normal- und Verzögerungsinsulin. Wie schnell und wie lange sie wirken, hängt vom Mischungsverhältnis ab. Mit diesen Mischungen lassen sich sowohl der Grundbedarf an Insulin über mehrere Stunden als auch der zusätzliche Insulinbedarf nach dem Essen decken. Übrigens: U-100 Insulin enthält 100 Einheiten pro Milliliter (rote Kappe), U-40-Insulin enthält 40 I.E.Insulin/Milliliter.

Behandlung mit Insulin

Menschen mit Typ-1-Diabetes haben keine Wahl: Sie müssen Insulin spritzen, da ihre Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin mehr bildet. Diejenigen mit Typ-2-Diabetes werden auf Insulin umgestellt, wenn Tabletten nicht mehr ausreichend wirken. Das typische Kennzeichen dafür: Der Blutzuckerwert morgens vor dem Frühstück ist sehr hoch. Bei der dauerhaften Anwendung von Insulin gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Behandlungsarten: Konventionell ist an der Behandlungsform, dass der Arzt die Therapie festlegt und sich der Patient den Spritz- und Essensvorgaben anpassen muss. Die intensivierte Therapie hingegen ist eine individuelle Behandlung und geht von den Bedürfnissen des Betroffenen aus. Das mittellang wirkende Basalinsulin wird abends, eventuell auch morgens, manchmal auch mittags gespritzt. Zu den Mahlzeiten kommt dann Normalinsulin hinzu. Wie viel richtet sich nach dem aktuell gemessenen Blutzuckerwert, der Menge Kohlenhydrate, die gegessen werden soll, und evtl. geplanten Aktivitäten. Die Diabetesbehandlung mittels Pumpe arbeitet nur mit schnell wirkendem Normalinsulin. Zu beiden Therapieformen gehören regelmässige Kontrollen des Blutzuckers. Zur Blutgewinnung eignen sich Finger und Ohrläppchen. Die Fingerkuppe stechen Sie am Besten an den Seiten an. Hier eignet sich eine Stechhilfe.


Wie wird die Insulindosis angepasst ?

Bei der intensivierten Therapie verändern Sie die Dosis Normalinsulin kurzfristig, wenn Sie weniger oder mehr essen oder körperlich aktiv sein wollen. Das Verzögerungsinsulin passen Sie vor allem bei länger anhaltenden Veränderungen an: Zu-oder Abnahme von Gewicht, verändertes körperliches Training, schwere Krankheit, Behandlung mit Kortison. Als ungefähre Größe zur Korrektur gilt: 1 I.E.Insulin senkt den Blutzuckerspiegel um etwa 40 mg/dl, entspricht etwa 1 BE somit etwa 10-12 Gramm Kohlenhydraten, somit erhöhen ca. 10 Gramm Traubenzucker den BZ Spiegel um den gleichen Betrag.


Was tun bei körperlicher Aktivität ?

Beim Sport verbrauchen die Muskelzellen den in ihnen gehorteten Zucker (Glykogen).Nur, wenn genügend Insulin im Blut ist, das die Zellen `aufschließt`, bekommen sie Nachschub aus dem Blut und von der Leber, die ihrerseits ihre Depots leert. Fehlt Insulin im Blut, treibt die Muskeltätigkeit den Blutzuckerspiegel hoch( Überzuckerung), weil Zucker aus dem Blut nicht in die Muskelzellen hinein kann, weil die Leber ungebremst neuen Zucker produziert, weil bei Muskelarbeit vermehrt Hormone ins Blut abgegeben werden, deren Wirkung der des Insulins entgegengerichtet ist. Nach dem Training müssen Muskeln und Leber ihre Speicher wieder auffüllen, brauchen also Zucker aus dem Blut. Wenn hier der Sporttreibende nicht genügend Kohlenhydrate aufnimmt, kann eine Unterzuckerung die Folge sein.


Lieber zu viel Kohlenhydrate als zu wenig !

Wenn Sie sich nur kurze Zeit anstrengen, nehmen Sie mehr Kohlenhydrate auf. Dauert die Belastung weniger als zwei Stunden, reduzieren Sie das Mahlzeiteninsulin und erhöhen die Kohlenhydratzufuhr. Hält die Belastung etwa einen Tag lang an, verringern Sie das Normal- und Verzögerungsinsulin um etwa die Hälfte und essen mehr Kohlenhydrate. Wahrscheinlich müssen Sie auch die Menge des Verzögerungsinsulins zur Nacht halbieren, weil der Auffülleffekt der Körperzellen noch bis in den kommenden Vormittag hinein andauern kann.


Das sollten Sie bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten tun:

Vorher und nachher Blutzucker messen. Bei großen Anstrengungen auch noch mehrere Stunden danach. Liegt der Blutzucker bei Typ 2 Diabetikern über 300 mg/dl, bei Typ-1-Diabetikern über 250 mg/dl, unbedingt Urin auf Ketonkörper prüfen. Enthält er Ketonkörper, dürfen Sie sich keinesfalls körperlich anstrengen. Immer schnell wirkende Kohlenhydrate (Traubenzucker) mitführen, um einer Unterzuckerung begegnen zu können. Bei längerer Belastung langanhaltende Kohlenhydrate mitnehmen, um Zuckerspeicher (Glykogenreserven) auffüllen zu können.


Was tun bei Krankheit ?

Wer krank ist, will liegen, schlafen, nichts essen, oft nicht einmal etwas trinken. Bei ICT gilt: keine Mahlzeit- kein Insulin Bei Infektionen, nach erheblichen Verletzungen oder einem Herzinfarkt, vor und nach Operationen, bei einer Schilddrüsenüberfunktion und wenn Sie mit Kortison behandelt werden, kann der Insulinbedarf drastisch ansteigen. Selbst bei längerer Bettlägerigkeit kann das der Fall sein. Bei hohem Fieber kann sich der Insulinbedarf manchmal innerhalb von wenigen Stunden verdoppeln. Eine Stressbelastung führt zum einen zur Ausschüttung von Hormonen, durch die das Insulin an den Muskelzellen nicht mehr richtig wirken kann, zum anderen überschwemmen Substanzen, die die Insulinproduktion hemmen, den Körper. In der Folge setzt die Leber ihre Zuckerreserven frei und produziert laufend neuen Zucker; Fett und Eiweiß werden abgebaut. Damit steigt der Blutzuckerspiegel an, ohne dass Sie Kohlenhydrate zu sich nehmen. Bestimmen Sie häufiger den Blutzuckerspiegel und führen Sie eine Azetontest durch. Bei der einfachen Erkältung ohne Fieber erhöhen Sie das Normalinsulin vorsorglich um 10 Prozent Bei Fieber muss die Insulindosis weiter gesteigert werden. Pro Grad Temperaturerhöhung ist dies ein Mehrbedarf an Insulin von ca 25 Prozent. Nach der Infektion reduzieren Sie die Dosis wieder auf das Maß vor der Krankheit.


Was ist bei der Ernährung zu beachten ?

Unabhängig von der Behandlungsart müssen alle lernen, den Kohlenhydratgehalt von Nahrungsmitteln abzuschätzen. 1 BE = Brot- oder Berechnungseinheit ist das Gleiche wie 1 KE = Kohlenhydrateinheit. Es ist die Menge eines Nahrungsmittels, das dem Körper ca 10 Gramm jener Kohlenhydrate zuführt, die er verwerten kann und die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Es sind die `anzurechnenden` Berechnungseinheiten. Wenn Sie ihr Insulin selbst dosieren, spritzen Sie für jede BE, die Sie aufnehmen wollen, 1-2 I.E.Insulin. GI ist das Kürzel für glykämischer Index. Er gibt in Prozent an, wie schnell ein Nahrungsmittel den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu reinem Traubenzucker ansteigen lässt. Da sich Traubenzucker nach kurzer Zeit nahezu vollständig im Blut wiederfindet, wird sein GI mit 100 Prozent angesetzt. Nahrungsmittel, die reichlich Ballaststoffe und /oder Fett enthalten, werden nur langsam verdaut und lassen den Zuckergehalt des Blutes weniger schnell ansteigen. Für die Berechnung der Insulinmenge spielt der GI keine Rolle. Dennoch ist es hilfreich, ihn zu kennen, denn wenn Sie Lebensmittel mit niedrigem GI bevorzugen, steigt Ihr Blutzucker nur langsam an und der Spiegel schwankt im Tagesverlauf nicht so sehr. Morgens ist der Insulinbedarf für dieselbe Menge Kohlenhydrate deutlich höher als mittags. Eine ballaststoffreiche Kleinigkeit vor dem Schlafengehen verringert das Risiko, nachts in eine Unterzuckerung zu geraten. Nach langjährigem Diabetes kann sich die Verdauungstätigkeit verlangsamen. Ein Stück Kuchen ist mit 3-5 BE zu veranschlagen, eine Pizza beim Italiener kann mit 10 BE zu Buche schlagen. Zum Essen getrunken, ist Alkohol für Menschen mit Diabetes am besten verträglich. Da Alkohol den Blutzuckerspiegel senkt, muss sonst – wenn abzusehen ist, dass Sie größere Mengen trinken werden – die Insulindosis verringert werden. Diabetes Telefon Montags bis freitags von 10 – 19 Uhr: 0180 1110140


Ihr Praxisteam
Dr Egbring

Dr. med. H. Egbring · Rothenburg 49 · 48143 Münster · Tel.: 0251 / 47517 · Fax: 0251 / 47518 · E-Mail: egbring@telemed.de

 

 

 
 
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